Und eine Gesellschaft geht wohl vor die Hunde. Diese meine Generation, steht nicht auf, sie debattiert in Nischen über das Aufstehen und fügt sich dann wieder. Arabien brannte ein ganzes Jahr lang. Syrien und Ägypten noch immer. Die Griechen kommen langsam zur Ruhe, die Engländer haben mit aller staatlichen Gewalt unterdrückt, was sich erhob. Und die meinen schauen zu. Wer radikal denkt muss radikal handeln, ist de Losung mancher und zugleich ihre Scheu. Wer radikal denkt, ist angehalten ein sanftes Mittel zu wählen, sage ich. Sonst kommt die Geschichte zu einem Ende. Doch wer kann in einer Gesellschaft, die sich selbst nicht kennt, Sanftheit erdenken?
Dieser Epos ist wie eingesponnen. Wer verstrickt sich nicht in Fängen seiner selbst? Zwischen innerer Wirklichkeit, im radikalen Denken, und äußerer Realität, dem was die Welt uns entgegen zusetzen hat und uns immer wieder abbringt vom Pfade der totalen Klarheit. Lebe dein Leben, als wäre jeder Tag der letzte. Eine weittragende Losung, wenn Methoden uns zur Umkehr zwingen, wenn die Willkür mancher Leute uns eine Grenze zieht, die ausreicht – für den einen Moment. Und du belügst dich selbst und wirst deiner inneren Welt eine Perversion.
Lebe oder werde gelebt. Führe ein Leben oder werde im Leben geführt. Denke oder werde gedacht. Der soziale Epos unsrer Generation mündet in einer sozialen Katastrophe. Fernsehfamilien, Mittag bei einer Fastfood Filiale, überlastete Jugendämter. Als Teilhabender ist die Frage nach dem „warum ist die Sache garnicht so schlimm?“ meist näher gerückt, als der Gedanke nach dem „was muss nun andersherum laufen?“. Frage und werde befragt. Rede und werde besprochen. Die Frage des modernen Menschen muss fortan lauten: Wem höre ich zu? Und nicht länger: Auf wen höre ich?
Ein nicht endendes verstehen wollen ist eine viel weitertragende Losung.